Jul.03

Über das Arbeiten im Netz

An die zwanzig Beiträge zur Blogparade „welche Online-Tools verwendest du“ sind bis jetzt zusammengekommen. Bis 15. Juli 2012 lief die 2. Runde, zu gewinnen gibt es wieder einen steuerfreundlichen bookamat Account für Selbständige. Zeit, ein kurzes Resumé zu ziehen und meine persönlichen Werkzeuge vorzustellen. Doch dann ist mir eingefallen, so einfach ist das gar nicht.

Erst wollte ich eine mindestens so brillante Liste kreieren, wie sie alle Teilnehmer bis dato selbst geschaffen haben. Dann musste ich aber sofort an all die Projektaufträge und längerfristigen Kooperationspartner denken, die ich mir über berufliche Netze und gemeinsame Aktionen verdient habe: Vernetzte Kommunikation ist mein eigentliches „Tool“. Woher stammen diese sozialen Verbindungen, lassen sie sich in Social Media überhaupt abbilden und welche Online Networks ergänzen die klassische Offline-Kontaktpflege? Freunde fragen mich manchmal, ob ich Xing zur Pflege von Berufskontakten empfehle, oder wie sie auf Twitter kommunizieren sollen. Um das Potential auszuloten, stelle ich zuerst eine Gegenfrage: Was machst du aktiv auf Facebook, außer Urlaubsfotos zu posten? Alle die darauf eine Antwort wissen, sollen einen Schritt weiter wagen.

Neben dem wunderbaren Spezialistennetzwerk Twitter ist das größte Tool aller Zeiten für mich schlicht: Facebook. Wir fluchen oft über den Zeitschwund, den das soziale Netzwerk mit sich bringt. Klar. Das liegt wohl am Internet an sich. Das ist nämlich böse – und voller Pornos, wie ich einmal in einem ORF-Interview beweisen musste. Der Rest enthält alle notwendigen Werkzeuge, sich mit Freunden, Bekannten und Branchenkollegen sinnvoll zu vernetzen. Eines der bisher weniger bekannten Features von Facebook ist das Abonnieren und Anlegen von öffentlichen „Interessenslisten“. Dabei ist das ziemlich einfach. Listen funktionieren wie klassische RSS-Newsreader für Blogs und sind leichter zu verstehen als Twitter.

Im Zuge meiner PR-Tätigkeit für das Freelancer-Tool bookamat habe ich eine Liste gegründet mit dem Arbeitstitel „Startupszene (Fokus auf Wien, erstmal)“ und erhalte dadurch aktuelle Meldungen von derzeit genau 60 Startups. Wenige Wochen später (und ein paar Mal „Teilen“ auf Facebook selbst) hält die Liste bei 146 Abonnenten, ein paar Startups haben mich sogar selbsttätig um Aufnahme gebeten und – last but not least – haben sich spannende Diskussionen entwickelt. Listen-Abonnements lassen sich jederzeit verwalten und eigene anlegen oder man lässt sich Vorschläge für neue Abonnements geben.

Spannende Listen, die mir aufgefallen sind:

Praktisch: Immer wieder finden einzelne Listen-Beiträge ihren Weg in meinen regulären Facebook-Stream. Die Listen unterliegen ebenso wie die Seiten selbst dem allgemeinen Facebook-Edgerank und da ich sie selbst immer wieder aktiv aufrufe, wird ihr zumindest innerhalb meines eigenen Accounts eine entsprechend hohe Bedeutung beigemessen. Bei mir das sieht dann so aus:

(Klicken für größere Bilder)

 

Jetzt möchte ich wissen: Wie aktiv verfolgt ihr die Listen? Ruft ihr sie aktiv auf, lest ihr regelmäßig die Inhalte?
Und wer noch bei der Blogparade mitmachen möchte – am 15. Juli werden wieder die besten Beiträge prämiert (Infos hier) 😉

Social Media PR

May.31

Aufruf zur Blogparade der Online-Tools

„Tools, die das Arbeiten für Selbständige erleichtern, finde ich spannend“, meint Luca als ich ihn bei der Netzkonferenz re:publica in Berlin treffe. Wir stehen eine Weile zusammen und tauschen uns über Webservices aus, die wir selbst nutzen und lieben. Seit Neuestem unterstütze ich eines davon mit PR und Social Media: bookamat.

Selbständig arbeiten in der Cloud

Viele Internetnutzer verwenden Dropbox als Datenspeicher oder lassen ihre verschiedenen E-Mail-Adressen in Google-Mail zusammenfließen. Kunstblogger eSeL erzählt mir in einer gemeinsamen Arbeitssession, wie er seine Projektnotizen mit Evernote ordnet. Tipps gibt es auch von Wolfgang Gumpelmaier, der New Media Tools in seinem Blog sammelt. Gemeinsam mit meinen Kollegen von bookamat, dem Tool mit dem man seine Buchhaltung selber machen kann, will ich wissen, was eure Lieblingstools und Services sind.

Thema der Blogparade: Welche Tools verwendet ihr als Selbständige?

  • Wie arbeitet man effizient mit den Möglichkeiten des Web 2.0?
  • Welche „Business Tools“ hast du schon einmal verwendet?
  • Welche Dienste sind gratis, bringen aber viel? Welche Services kosten zwar Geld, ersparen dir aber viel Arbeit?
  • Hast du noch mehr Tipps für uns?

Schreibt einen Beitrag in eurem Blog und verlinkt dort diese Blogparade. Für alle Teilnehmer gibt’s Startgutscheine für bookamat. Das ist ein 25%-Rabatt-Code, und den kann man bis 31.08.2012 beim Bestellen eines Accounts einlösen. Den Code darf ab sofort jeder wissen (also auch eure Leser), er lautet: blogsommer2012

Und damit es auch richtig spannende Beiträge gibt 😉 werden am 15. Juni, am 15. Juli, und am 15. August die jeweils 3 besten Blogbeiträge ausgezeichnet. Für die gibt’s dann einen Jahresaccount um 1 Euro. Mitmachpflicht oder Gewähr gibt’s natürlich keine, aber wir freuen uns, wenn ihr den Gutscheincode in euren Beiträgen erwähnt.

Ziel ist eine Empfehlungsliste mit möglichst sinnvollen Tools, die das Arbeiten als selbständiger Zeitgenosse im Netz vereinfachen. Die Tipps und Links zu euren Blogs sammeln wir hier, auf bookamat.com und auf Twitter unter dem Hashtag #toolparade. Also, dann mal ran an die Tasten. Bloggt wieder mehr!

Richard Pyrker ist freier PR 2.0-Berater im Pressebüro Pyrker und betreut die Kommunikationsarbeit von bookamat.


Und hier die Beiträge zur Blogparade (bis 31.8.2012 läuft’s weiter!):

  1. Mabacher.com über Rechnungen, Zahlen (öffentliche Facebook-Postings gelten auch) 😉
  2. Kollegen Axel und Patrick von bookamat über ihre eigenen Lieblings-Tools
  3. Roland (entwickelt selbst ein Hotel Buchungs Tool: igumbi) über seinen Newsletter-Workflow
  4. Luca vom Startup work.io zeigt Geheimtipps aus seiner Tools-Sammlung
  5. Der Schweizer Urblogger Leumund mit seinen Tipps für Freischaffende
  6. Graem von der Fakturasoftware smallinvoice zeigt, mit welchen Tools sie arbeiten
  7. Underground-Bloggerin Kathrin von Arschgeweiht.at über ihre Online-Effizienz
  8. Innovationsschreiber Werner hat: Keine Zeit für Effizienztools
  9. Ein Wortgefecht von Michael Gisiger über kostenlose Android Apps
  10. Digitale Medien Projektleiter Alex Stocker zeigt seine Social Media Tools
  11. Mediendesigner Stefan Borchert mit seinen Top 5 Online-Services
  12. Thomas aka Mr. „Nullvier“ zeigt Tools, die sein Dasein als Selbständiger erleichtern
  13. Christoph vom Social Media Club Austria greift in seine Werkzeugskiste
  14. Kommunikationsberaterin Antje Radcke stellt ihr Lieblingstool ‚diigo‘ vor
  15. BarCraft-Mitorganisator Florian Holzner zeigt, wie er mit To-Do-Listen und Code umgeht
  16. Blogger, Werber, Filmemacher und Kommunikator Mabacher mit seiner „Collection“
  17. Crowdfunding-Experte Gumpelmaier hat spezielle Tipps fürs Teamwork
  18. Daniel Friesenecker aka TheAngryTeddy öffnet seine Werkzeugkiste – hörbar als Podcast
  19. Webworker Fabian Pimminger zeigt seine Profisammlung
  20. Das Kollektiv Selektiv hat kleine (und große) Hilfsmittel heraus gekramt
  21. weitere folgen…

Noch Fragen?

Social Media PR

Sep.16

Das ewige Leben des Herrn Mandelbrot

(Foto: R.Pyrker. Mein Großvater mit seinem 16-bit Computer IBM 80286, EGA-Monitor und 5¼“ Diskette, 1987)

Wer malt den Himmel blau? Woher kommen die Wolken? Wie zeichnen Computer unsere Welt? Benoît Mandelbrot wusste eine Antwort darauf. Der Mathematiker schuf mit seiner Forschung zur fraktalen Geometrie die Grundlage moderner Computeranimation. Die Berechnung wunderschöner Fraktale mit Hilfe einfacher Formeln ermöglicht künstlich generierte Landschaften und Bilder. Die Methode wird für zahlreiche heutige Anwendungen eingesetzt, von Atombomben-Simulationen bis hin zu aktuellen Filmeffekten.

Einer der größten Fans von Mandelbrot war mein eigener Großvater, der auf dem Foto oben bei seiner Lieblingsbeschäftigung zu sehen ist: Programmieren in BASIC, anno 1987.

Auf der „TED Talks“ Konferenz 2010 gab der sympathische Wissenschafter seinen letzten öffentlichen Auftritt. Die berühmte Vortragsreihe aus den USA lädt regelmäßig Wissenschafter, Unternehmer, Künstler und Visionäre ein, ihr Publikum mit einer Idee zu infizieren. Am 22. Oktober 2011 im Studio 44 findet in Wien das bereits zweite, unabhängig organisierte TEDxVienna Event statt. Die Veranstalter haben zu einer Blogparade der liebsten TED-Videos aufgerufen, um darauf aufmerksam zu machen und Tickets unter den Teilnehmern zu verlosen.


In den frühen achtziger Jahren „hackten“
Computer Freaks und Nerds einsam vor sich hin, beherrscht vom Klischee des schüchternen Buben, der sich hinter dem PC verkriecht. Es waren erst Kultfilme wie WARGAMES, MANHATTAN PROJECT oder TRON, die aus den Hornbrillen tragenden Einsiedlern wahre Hipster ihrer Zeit machten. Aus pickeligen Jugendlichen wurden Pixelkünstler. Sie knackten („cracken“) nicht nur den digitalen Kopierschutz von Spielen oder brachen in fremde PC-Systeme ein („hacken“), sondern sie erschufen digitale Kunst. Sie kreierten in ihrer Freizeit sogenannte „Demos“, aus mathematischen Algorithmen in Echtzeit ablaufende Computeranimationen. Der originäre Stil der Animationen und Chiptunes-Musik beeinflusste sogar Hollywood-Studios wie Pixar. Bis heute ist diese aus kreativen Spezialisten zusammen gesetzte Subkultur Demoscene aktiv.

Mandelbrot Fraktal (cc) Wikimedia/Wolfgangbeyer

Mit der Ausstellung electronic kindergarten versuchten meine Kollegen und ich beim Netzkultur-Festival [d]vision 2001, den „Spirit“ jener Zeit wieder aufleben zu lassen. Viele der damaligen „Helden im Kinderzimmer“ wurden zu erfolgreichen IT-Unternehmern, Game Developern, Kulturforschern. Eine weitere Annäherung an die Wurzeln der digitalen Kultur unternahm [d]vision 2008 mit dem Festival realtime generation. Die Ausstellung präsentierte Demoscene-Künstler bei frame[o]ut Open Air Vorführungen im MuseumsQuartier Wien. Wir hatten sogar versucht, Mandelbrot selbst als Vortragenden nach Wien zu holen. Was uns blieb, waren seine Fraktale.

Den TED Talk mit dem genialen Mathematiker Mandelbrot gibt es als Video Online (mit deutschen Untertiteln):

Benoît Mandelbrot steckte mit seiner Idee ganze Generationen von
Visionären, Geeks, Phreaks, Nerds, Hipstern, und Filmfreaks an.
Machen wir es ihm nach. Denn wer eine Vision hat, braucht keinen Arzt,
sondern einen Computer. Wir sehen uns bei TEDxVienna!

Social Media PR

Aug.10

Neuer Journalismus

(Foto: G.Schütz. Superbertram, Kunstfigur und Maskottchen von Supertaalk)

Eine politische Diskussionssendung im Internet, ohne Unterstützung eines großen Mediums, funktioniert das? Der selbstentwickelte Medienkanal Supertaalk beweist es mit Video-Livestreaming, spannenden Gästen und einem lebendigen „Rückkanal“ zum Publikum über Twitter und Facebook. Das innovative Sendungsformat wurde am 10.08.2011 mit dem „New Media Journalism Award“ des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) ausgezeichnet.

Das Projekt Supertaalk ist aus dem Politikblog nonapartofthegame.eu und der Video-Plattform ichmachpolitik.at entstanden und wird von Florian Christof, Maria Herold, Markus Otti, Werner Reisinger, Karl Schönswetter, Georg Schütz, Maria Sulzer und Markus Kienast organisiert. Die Inhalte und Gäste der monatlichen Sendungen entstehen in gemeinsamen Redaktionssitzungen.

Das Supertaalk Studio im Adria Wien. Foto: G.Schütz

Der Historiker und Mitarbeiter Werner Reisinger dazu:

„Man braucht sich nur anzusehen, wie klassischer TV-Journalismus punkto Themenauswahl funktioniert, wie schwer er es auch hat, an die jüngeren heranzutreten. Wir beobachten politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen, nicht nur aus heimischer sondern auch aus europäischer oder globaler Perspektive.

Das heißt, wir versuchen Zentrales zu erkennen und dann die berühmten Meta-Fragen zu stellen. Was genau gebracht wird, ergibt sich aus einer längeren redaktionellen Diskussion, wo wir konsensual entscheiden.“


Dabei ist der Supertaalk keine „Fernseh“-Sendung.
Reisinger sieht die Abgrenzung zu klassischen Medien anhand interaktiver Elemente wie Open Mic (jede_r darf das Wort ergreifen), Twitter, Facebook und weiterer Eingriffsmöglichkeiten für das Publikum: „Abgerundet wird diese Form von Journalismus durch Reaktionen, Diskussionen und Beiträgen auf Blogs. Die Sendung ist also bereits fest in die ‚Neuen Medien‘ eingebettet.“ Der Name „Supertaalk“ ist dabei selbstironisch gemeint, die Schreibweise mit dem doppelten „aa“ weist auf die extra lange Sendezeit hin.

Das neuartige Format hat sich die Auszeichnung des Österreichischen Journalisten Clubs aber auch mit seinen spannenden und hintergründigen Inhalten verdient. Juryvorsitzender und ÖJC-Präsident Fred Turnheim betont, dass sich die Leute von Supertaalk „nicht von der Tagesaktualität und von Skandalen hetzen lassen, sondern dass ausschließlich Themen diskutiert werden die gesamtgesellschaftliche Relevanz haben“.

Als ÖJC-Vorstandsmitglied (2010 bis 2012) freue ich mich, dass ich Teil der Jury war. Der nächste Supertaalk findet im Herbst wieder statt. In Bild, Ton und sogar „zum Anfassen“ am Aufzeichnungsort Adria am Donaukanal Wien.
Website: Supertaalk.com

Social Media PR

Jul.30

2011: Odyssee im Netz

Wir schreiben das Jahr 2011. Dies ist die Website des Pressebüro Pyrker, das seit nunmehr rund 15 Jahren in den weiten des damals noch liebevoll „World Wide Webs“ genannen Internet unterwegs ist. Ab sofort betreiben wir Pyrker.com unter dem Open Source-System WordPress, mit neuem Design und mit ganz viel neumodischen „Like“-Knöpfen, Google +1 und extra viel Liebe. Grund genug, ein kurzes Resumée zu ziehen.

Wir haben unsere liebsten Design-Entwürfe der letzten Jahre durchstöbert und eine Galerie zusammen gestellt. Für uns fühlt es sich wie eine Zeitreise bis an den Beginn des Internet-Zeitalters in Österreich an…

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