Über Richard Pyrker

Berater für vernetzte Kommunikation, Web und Digitalmarketing. Kontakt: richard@pyrker.com

Sep.26

Web 2.0 Gag: „Pull a Pyrker“

Der standortbezogene Web 2.0 Dienst Foursquare eignet sich nicht nur dazu, seinen aktuellen Aufenthaltsort mittels Mobiltelefon Freunden bekannt zu geben oder neue Restaurants „in der Umgebung“ zu entdecken. Er eignet sich auch bestens für das virtuelle Nacherleben von Kinofilmen (siehe Before Sunrise Tour) oder für Parodien und Scherze im Social Web.

Als augenzwinkernder „running gag“ hat sich der Begriff „to pull a pyrker“ unter Foursquare-Nutzern auf Twitter verbreitet. Immer wieder tauchen dazu Beiträge auf Twitter oder in Blogs auf. Der Begriff bezeichnet das vorgebliche Einchecken an Orten, ohne wirklich dort zu sein – auch bekannt als „Geocheating“ nach dem Vorbild von Bergsteiger Christian Stangl. Er „visualisierte“ sich auf den Gipfel des K2, und viele folgten ihm. Zumindest mit ihren Smartphones – inzwischen gibt es dazu eigene „Überraschungs-Touren“.

Wir Pyrkers erfreuen uns dieser Technik immer wieder gerne – und Sie, liebe Leserin und lieber Leser, können das jetzt auch 😉

to pull a pyrkerFür alle „Geocheating“ Fans:
Pull a Pyrker* now!

So einfach geht’s: Pressebüro auf Foursquare

*Def: „to check in despite not being there“
(acc. to Urbandictionary.com © epijdemie
and acc. to catearcher’s check-in)

Social Media PR

Alltagsfaschismus

(Fotos: R.Appel, mehr Fotos siehe photobasis.net)

KASSBACH – der Klassiker über Alltagsfaschismus in Österreich wird vom Filmarchiv Austria in vier Sondervorstellungen gezeigt. Passend zu den Wiener Wahlen fand am 3. Oktober 2010 im Wiener Metro Kino eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion statt. Gäste: Regisseur Peter Patzak, Tibor Zenker (Sohn des verstorbenen Autors Helmut Zenker), Journalist Peter Huemer, Zeithistoriker Siegfried Mattl und Politikwissenschafterin Sigrid Maurer (ÖH-Vorsitzende) unter der Moderation von Herausgeber Andreas Ungerböck. Die vierte Vorführung ist am Wahlsonntag.

Original-Sonderplakat KASSBACH

Kassbach ist längst ein Klassiker, der den Neuen österreichischen Film prägte, noch bevor es diesen Begriff und noch bevor es eine installierte Filmförderung hierzulande überhaupt gab. Er war zu unzähligen Festivals auf der ganzen Welt eingeladen, unter anderem zu den Filmfestspielen in Berlin, und hat nichts von seiner schockierenden Klarsicht und Aktualität verloren. Das Drehbuch von Patzak und Helmut Zenker basiert auf Zenkers Roman Kassbach oder das allgemeine Interesse an Meerschweinchen aus dem Jahr 1974.

In dieser beklemmenden Studie des Alltagsfaschismus in Österreich geht es um den Gemüsehändler Karl Kassbach, einen an der Oberfläche typischen gemütlichen Wiener. Er bedrängt nicht nur sein Lehrmädchen sexuell, sondern ist darüber hinaus Mitglied einer rechtsradikalen Gruppierung, die gerne Linke und so genannte Gastarbeiter zusammenschlägt oder zu Übungszwecken auf Meerschweinchen schießt. Dumpfe Ressentiments und das blitzschnelle Umschlagen von scheinbar harmloser Normalität in blanke Aggression machen Kassbach zu einer Art wandelnder Zeitbombe: „Ich habe Dinge verarbeitet, die man in Wien sehen und hören kann. Ich will die Leute auf Töne, Sätze, Reaktionen, Symbole aufmerksam machen, damit man sie endlich erkennen und nicht mehr bagatellisieren kann, sagte Peter Patzak seinerzeit über den Film. Dinge wie diese kann man auch 2010 in Wien immer noch hören und sehen.

In den Hauptrollen sind der unvergessliche Walter Kohut sowie Immy Schell, Konrad Becker, Maria Englstorfer, Hanno Pöschl und Franz Buchrieser zu sehen. Für die Vorführungen wurde eine neue 35mm-Kopie gezogen, die von der SATEL Privatstiftung zur Verfügung gestellt wird.

Termine im Metro-Kino
(Johannesgasse 4, 1010 Wien)
So 3.10., 17:00 anschl. Podiumsdiskussion
Di 5.10., 21:00
Do 7.10., 18:45
So 10.10., 16:30

Podiumsdiskussion
Im Anschluss an die Vorführung am 3. Oktober diskutieren Peter Patzak, Tibor Zenker (Sohn des verstorbenen Autors Helmut Zenker), der Journalist Peter Huemer, der Zeithistoriker Siegfried Mattl und Politikwissenschafterin Sigrid Maurer (ÖH-Vorsitzende) unter dem Motto Kassbach 1979? 2010?. Moderation: Andreas Ungerböck (Herausgeber, ray Filmmagazin).

Pressebüro Pyrker
Kontakt: Richard Pyrker

Mehr Fotos auf photobasis.net

Film, TV & Kino

Aug.12

Kultfilm zum Einchecken

Eine Filmtour durch Wien für romantische Hipster mit Smartphones hat das Team vom Kino unter Sternen zusammengestellt. Der Kultfilm BEFORE SUNRISE mit Ethan Hawke und Julie Delpy wurde durchgehend an Wiener Originalschauplätzen gedreht. Dank aktueller Handy-Applikationen kann man seit Juni 2010 auf ihren Spuren wandeln und sich an den ursprünglichen Drehorten einchecken. Das Pressebüro Pyrker führt die Organisation und Kommunikation über Social Media Plattformen wie Twitter und Facebook durch.

Kino im Kopf und in der realen Welt

Anlässlich der Aufführung bei Kino unter Sternen haben die Organisatoren zusammen mit Programmierer Robert Harm eine Erlebnis-Tour für die Applikationen Gowalla, Foursquare, Layar und Wikitude konzipiert. Ausgestattet mit einem modernen Mobiltelefon kann man jederzeit auf eigene Faust losgehen bis zum Sonnenaufgang, versteht sich. Für eine Romanze wie im neunziger Jahre Kultfilm BEFORE SUNRISE (YouTube Trailer) fehlt dann nur noch die passende Begleitung. Um den Trip auf den Spuren von Jesse und Celine (Ethan Hawke und Julie Delpy) zu testen, wurden am 27. Juni und 10. Juli 2010 gemeinsame Rundreisen über Facebook organisiert. In Weblogs und Foto-Reportagen lassen sich die Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachlesen (weiterführende Links unten). In der Sendung Lichtspiele von Servus TV ist ein ausführlicher Bericht zu sehen.

Auf den Spuren von Jesse und Celine

(c) Kino unter Sternen / WieserUnd immer brav einchecken, motiviert Teilnehmerin Hanna Spegel ihre Mitwanderer. Es wird fleißig fotografiert und nach Hinweisen aus dem Film gesucht. An einem der faszinierendsten Drehorte, dem Friedhof der Namenlosen am Alberner Hafen, spricht Celine im Film über das Grab der 13jährigen Elisabeth. Für das Entdecken des richtigen Grabes verspricht Judith Wieser-Huber vom Kino unter Sternen ein T-Shirt. Weiter geht es in die Innenstadt, über die Franz-Josephs-Statue am Albertinaplatz bis zum Hotel Palais Schwarzenberg, wo derzeit die berüchtigten Google Street View Autos parken. Am Zollamtssteg begrüßt Karl Bruckschwaiger die neugierigen Romantiker. Im Film (und übrigens auch im echten Leben) ist er Philosoph und Künstler, bei der gemeinsamen Tour-Begehung war er unser Überraschungsgast und erzählte von den Dreharbeiten der amerikanischen Produktion. Um den Trip alleine oder zu zweit nachzugehen, kann man der Anleitung auf der Website vom Kino unter Sternen folgen. Ein Smartphone braucht man zwar nicht unbedingt dazu aber es ermöglicht das Anzeigen von Zusatzinformationen und das zufällige Entdecken der Drehorte falls man sich gerade in der Nähe befindet.

Wie funktionieren Standortbezogene Dienste?

(c) Kino unter Sternen / WieserStandortbezogene Dienste (Location Based Services) erfordern mobile Geräte mit GPS-Positionsbestimmung und bieten dem Benutzer verschiedene Zusatzinformationen vor Ort an. Vor allem aber sollen sie Spaß machen. Im Gegensatz zum allgegenwärtigen Big Brother Google gibt man dort seinen aktuellen Aufenthaltsort freiwillig bekannt. Wie beim Kurznachrichtendienst Twitter muss man Foursquare, Tupalo und ähnliche Dienste aber zunächst einmal für sich selbst entdecken und Spaß an der Benutzung haben. Erst durch die Interaktion mit Freunden und Leuten, die sich zufällig in der Nähe befinden, bietet die Anwendung einen Mehrwert. Jemanden schnell auf einen Kaffee treffen, Tipps austauschen und gar Freunde ärgern, indem man sie als Bürgermeister virtuell aus ihrer eigenen Wohnung schmeißt alles kann ein Spiel sein.

Was ist der Nutzen dieser Dienste?

Wie man Foursquare sowohl für das eigene Vergnügen als auch für den Marketingbereich nutzen kann, ist im Webfeuer-Blog nachzulesen. Nachfolgend ein Auszug daraus.

  • Der Game-Faktor: Foursquare kann man als Spiel sehen, das die mobile Welt mit der realen Welt verknüpft. Für jeden Check-In bekommt man Punkte für die wöchentliche Rangliste. Ähnlich einem Wanderabzeichen werden außerdem Badges freigeschaltet, wenn bestimmte Ziele erreicht werden. Den Im on a boat-Badge bekommt man in Wien zum Beispiel am Badeschiff. Halten sich mehr als 50 Personen gleichzeitig am selben Ort auf, gibt es das berühmte Swarm-Badge in Form eines Bienenschwarms. Wer sich regelmäßig an einer Location eincheckt, bekommt den Status des Mayor (engl. Bürgermeister) verliehen. Der muss aber verteidigt werden, sonst wird der Status von einem Mitspieler gestohlen.
  • Der Empfehlungs-Faktor: Für das richtige Einchecken bei einer Location können auch Belohnungen vergeben werden. Das Wiener Café Reisingers ist eines der ersten, die den Besuchern über Foursquare einen Gratisdrink anbieten. Die Agentur Monopol legte für ihre Kampagne verschiedene Locations mit einem speziellen Hinweis an. Diese Werbemethode stieß zwar nicht nur auf Gegenliebe, ermöglichte aber ein Gewinnspiel für die Marke Opel. Internationale Angebote wie 25% Rabatt beim Kleiderhaus GAP machen derzeit die Runde über Soziale Medien und werden in Zukunft wohl auch in Österreich vermehrt anzutreffen sein.
  • Der Fun-Faktor: Spielverderber setzen auf unfaires Geocheating und schummeln bei der Ortsangabe, um besondere Badges freizuschalten. Der Autor dieser Zeilen hat sich etwa den Spaß nicht nehmen lassen, das sogenannte Super Duper Swarm-Badge zu schnappen. Am meisten Spaß machen natürlich persönliche Fehden wie jemanden virtuell aus seiner Wohnung zu schmeißen indem man sich beim Vorbeilaufen dort eincheckt. Das kann man auch öffentlich via Twitter austragen, mitunter sogar zur Erheiterung des Mitbewerbs:

Agenturleiter Niko Alm in Anspielung auf seine geplante Kampagne für Ottakringer

Jonny Jelinek von der Agentur Webfeuer in einer augenzwinkernden Entgegnung

Wo sind Sie gerade?

Die möglichen Anwendungen von Standortbezogenen Diensten sind noch lange nicht ausgereizt. Mit icanhazk2 von den Socialisten kann man es wie Bergsteiger Christian Stangl machen und sich auf den Gipfel des K2 visualisieren – also vorgeben, man wäre dort gewesen. Auch Facebook selbst ist zumindest in den USA bereits in das Geschäft mit freiwilligen Ortsangaben eingestiegen. Ob man in dem sozialen Netzwerk künftig gefragt wird: Wo sind Sie gerade?, werden die kommenden Monate entscheiden.

Links zum Nachlesen

(c) Kino unter Sternen / Wieser

Anleitung zur Tour
Reportage in Servus TV
Reportage von Bettina
Fotos von Angelol
Fotos von Petra
Fotos von Alena
Blog von Dan Imrich
Kino unter Sternen auf Flickr

Patrick & Petra mit Fotograf Angelol beim Nachstellen einer Filmszene

Vorankündigung: Eine weitere gemeinsame Tour wird voraussichtlich im Herbst organisiert. Bis dahin einfach selbst „einchecken“, siehe Anleitung!

Mehr Infos auf www.surprisetours.at

Social Media PR

Apr.05

Horrible

Plakat TodespolkaÖsterreich hat endlich eine Bundeskanzlerin und was für eine! Dr. Sieglinde Führer regiert mit eiserner Hand. Die Braven und Anständigen im Land triumphieren. Nur zwei junge Medizinstudenten, ein geistig Behinderter und eine Prostituierte sind unbelehrbar. TODESPOLKA ist eine cineastische Reflexion auf die tragikomische politische Entwicklung in Österreich. Die Handlung ist frei erfunden und hat mit den Vorgängen rund um den aktuellen Präsidentschaftswahlkampf fast gar nichts zu tun.

 

Website:  www.demmelbauerfilm.com
Trailer (YouTube) ansehen

 

Film, TV & Kino

Jul.16

Kleine große Abenteurer

Was tun, wenn der Papa den Job verliert und der grimmige Bankdirektor (Karl Markovics) den Wohnungskredit streicht? Das schreit doch nach Rache! Und welcher 5jährige träumt nicht davon, einmal eine Bank auszurauben? Also werden Robby und seine eigentlich schon vernünftige Schwester Louise DIE KLEINEN BANKRÄUBER. Vorerst zumindest. Wie das gefährliche Abenteuer dann doch noch gut ausgeht ist  beim Kinderfilmfestival 2009 und dann im Kino zu sehen!

www.minifilm.at / www.kinderfilmfestival.at

Die kleinen Bankräuber im Gartenbaukino (Wien Premiere): Fotos auf Flickr

Premiere im Schubertkino Graz: Fotos auf Flickr

Interview im Wiener Cinemagic Kino: Fotos auf Flickr

Film, TV & Kino